Ich liege gerade im Bett, stille mein krankes Kind und schüttle den Kopf. Über einen Post oder viel mehr die Reaktionen von vonguteneltern auf Instagram. Im Originalbeitrag geht es um die prekäre Hebammensituation oder viel mehr um die Aussichtslosigkeit, eine Hebamme, womöglich auch noch im nahenden Sommer zu finden. Viele Mütter und Schwangere haben da ihren beschwerlichen Weg zur oftmals dringend erforderlichen Hebammenbetreuung geschildert. Ich werde diesen Artikel später mit Hintergrundinformationen zur entsprechenden Entwicklung spicken, möchte aus einem ersten Impuls der Fassungslosigkeit heraus aber gern etwas unternehmen und hoffe dabei auf Deine Unterstützung!

Ich möchte Dich einladen, mir in den Kommentaren Deine Geschichte zum Thema zu erzählen. Ganz egal, ob Du erfolglos eine Hebamme suchst/gesucht hast, welche Erfahrungen Du machst/gemacht hast oder auch, welche Erlebnisse Hebammen beisteuern können, aus dem Arbeitsalltag, aus der Kommunikation mit Politik, Versicherungen und Arbeitgebern und Schwangeren. Natürlich darf das anonym oder namentlich sein! Die Ergebnisse würde ich dann ggf. für einen ausführlichen Blogpost zusammentragen. Damit sich möglichst viele daran beteiligen, darf dieser Aufruf gern geteilt werden!

 

 

Update:

Was ist eigentlich das Problem?

Diese Frage ist nicht mit einem Satz beantwortet, denn das Problem ist vielschichtig.

Aktuelle Herausforderungen für Hebammen

Flächendeckende Versorgung

Alle Frauen in Deutschland haben das Recht auf Hebammenhilfe – und zwar von der Feststellung der Schwangerschaft an bis zum Ende der Stillzeit. Schwangere müssen außerdem selbst entscheiden können, wo und wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchten!

Dies ist bereits heute nicht mehr annähernd möglich! Selbst in Großstädten wie Hamburg kann es passieren, dass man keine (passende) Hebamme für die gesamte Spanne der Schwangerschaft findet. Noch dramatischer sieht es teilweise im ländlichen Bereich aus. Wer vergeblich eine Hebamme für Haus- oder Beleggeburt, Vorsorge oder Wochenbettbetreuung sucht, kann sich hier her wenden. Dort gibt es auch eine Briefvorlage für ein Anschreiben an die eigene Krankenkasse.

Arbeitsbedingungen an Kliniken

Ähnlich wie in vielen medizinischen Berufen sind die Arbeitsbedingungen als prekär zu beschreiben. Nicht selten betreut eine im Kreißsaal tätige Hebamme mindestens 3 Schwangere gleichzeitig! Hinzu kommt die regelmäßige Übernahme von Vertretungen, der Wegfall von Pausenzeiten und die nicht zu unterschätzende Herausforderung, sich immer wieder auf völlig unterschiedliche Situationen und Personen einzulassen. Denn im Kreißsaal finden sich ja nicht nur Frauen ein, die reif gebären und wo die Entbindung ein einziger Durchmarsch ist. Die daraus resultierende Belastung für die Hebamme ist so schon nur schwer vorstellbar. Mit Überstunden im Nacken und ohne Aussicht auf baldige Änderung (und somit vorprogrammierter Ausfall wegen Überlastung!) stelle ich mir diesen ohnehin schwierigen Spagat nahezu unmöglich vor. Dazu kommt, dass immer mehr Kreißsäle schließen und die trotzdem vorhandenen Schwangeren sich auf die übrigen verteilen ohne, dass dort das Personal aufgestockt würde, was wiederum zu einer erhöhten Arbeitsbelastung führt. Gegebenenfalls macht sich die eine oder andere Schwangere deshalb auch noch eher/unnötig auf den Weg, eben weil ihr die weite(re) Anfahrt durchaus bewusst ist ..

Höhe der Haftpflichtprämien

Hebammen müssen eine Haftpflichtversicherung abschließen, unabhängig davon, ob sie Hausgeburten anbietet oder im Geburtshaus Entbindungen begleitet. Die Prämien für diese Versicherung haben sich in den letzten 15 Jahren mehr als verzehnfacht und liegen aktuell bei über 8000 Euro im Jahr. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie am Ende 2 oder 200 Geburten begleitet und damit auch abrechnet.

Es gibt noch zahlreiche weitere Probleme, die u.a. hier nachzulesen sind.

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