Als wir uns vor 3-4 Jahren mit dem Gedanken getragen haben, ein weiteres Kind zu bekommen, war meine größte Sorge, dass die Große entthront wird und fortan auf vieles verzichten muss, was sie als Einzelkind so zu schätzen gelernt hatte. Mein Mann (selbst mit jüngeren Geschwistern aufgewachsen) hat mir immer wieder versichert, dass sie dennoch mehr von der Geschwistersituation profitieren als darunter leiden würde. Als der Kleine dann vor 2 Jahren zur Welt kam, war sie 3 Jahre und 8 Monate alt. Sie hat die Schwangerschaft und die anfängliche Zeit mit Geschwisterchen also relativ bewusst miterlebt. Genau wie sie, schläft der Kleine seit seiner Geburt mit in meinem Bett. Die Große ist mit 2 Jahren erst aus unserem Bett und dann aus unserem Schlafzimmer ausgezogen und schläft seither überwiegend im eigenen Zimmer. Ein wenig belastend ist dabei für mich, dass dieses Zimmer am anderen Ende der Wohnung liegt. Daher habe ich manchmal die Befürchtung, dass sie sich nicht zugehörig fühlt, zusätzlich zum ohnehin engeren Kontakt zwischen mir und dem Kleinen, schon aufgrund der immer noch andauernden Stillbeziehung. Deshalb war für mich klar, dass ich Exklusivzeiten für sie einplanen würde, sobald der Kleine in Betreuung ist und ich wieder arbeite.

Exklusivzeiten? Was soll das sein?

Das bedeutet im Klartext, dass ich immer wieder Situationen schaffe, in denen nur sie und ich etwas zusammen unternehmen. Dann gehen wir in der Zeit zu irgendwelchen Aufführungen, ins Planetarium, fahren gemeinsam in die Therme oder backen etwas zusammen. Das passiert mal mehr mal weniger regelmäßig, denn letztlich halte ich die Augen auf, wann etwas interessantes angeboten wird und versuche nicht auf Krampf irgendwas aus dem Boden zu stampfen. Anfang des Jahres hatte ich die Idee, den diesjährigen internationalen Frauentag für uns zu nutzen. Mit einer Idee im Kopf habe ich die Große gefragt, ob sie Lust auf ein Mama-Tochter-Shooting hätte, sodass einmal Fotos nur von uns beiden entstehen. Sie fand die Idee toll und so plante ich alles notwendige dafür und vereinbarte einen Termin in einem Fotostudio im nahegelegenen Einkaufszentrum. Für mich war ein Styling inklusive und ich organisierte uns allen im Vorfeld auch gleich noch einen Friseurtermin; der Kleine durfte zu seinem Geburtstag auch gern frisch gestylt sein. Die Große nutzte den Termin außerdem für einen Radikalschnitt, bei dem sie sich von gut 20 cm ihrer Haarlänge trennte. Und so stiefelten wir gestern los zu unserem Shooting.

das Ergebnis

Wir hatten viel Spaß bei der Knipserei, wobei ich mich über ein paar Schnappschüsse mehr gefreut hätte. So ganz viel Posen und gestellte Fotos müssen es für mich gerade mit einem Kind nicht unbedingt sein, aber am Ende haben wir doch ein paar schöne Fotos bekommen und hatten auf alle Fälle eine Menge Spaß, während der Kleine gut betreut in der Krippe spielte. Eines der Ergebnisse zeige ich hier gern:

ac03b04e.jpg
Foto: Sarah von Studioline

Wir hatten beide viel Spaß zusammen und vielleicht erstelle ich aus den Bildern eine kleine Collage für ihr Zimmer oder ihr Portfolio in der Kita.

Macht ihr sowas auch? Und was mich auch interessieren würde: geht das auch noch bei 4 oder 5 Kindern?

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4 Gedanken zu “Exklusivzeiten schaffen für die Kinder

  1. Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    Herrn Much seine Frau hat zwei Kinder und schreibt über ihre Exklusivzeit mit einem Kind (und tollen Fotos), denn bei mehreren Kindern ist es auch aus meiner Sicht wichtig, Kinder alleine Zeit zu geben, ohne, dass sie die Aufmerksamkeit teilen müssen. Überhaupt mag ich ihr Blog und sie hat einen tollen Gastbeitrag bei mir über das Langzeitstillen verfasst.

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  2. Bei uns sind es selten so spektakuläre Aktionen (das Foto sieht so glücklich aus!), sondern eher sowas wie, dass ich mit dem Großen alleine zu einer Aktion in der Schule fahre und er anders als viele Kinder dort, keine Geschwister hat, die Aufmerksamkeit wollen. Oft fragen wir auch, wer etwas mit ihm machen soll, da wir auch die Oma als Luxus haben, die die Geschwister übernehmen kann. Der Mittlere möchte eigentlich immer seinen großen Bruder dabei haben, wobei er es trotzdem genießt, wenn ich ihn mal ganz alleine vom KiGa abhole, nur mit ihm rede, es vielleicht noch ein Eis gibt. Der Kleine hat, dadurch, dass er noch Zuhause ist, viel Exklusivzeit. Der Große genießt Exklusivzeit sehr, der Mittlere wünscht sich immer seinen Bruder dazu. Mein Plan ist aber auch, irgendwann mal nur mit dem Großen ein Wochenende weg zu fahren (zu fliegen), mal sehen, ob sich das umsetzen lässt.

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    1. Das Shooting gestern war auch wirklich eine Ausnahme, hat aber so schöne herzeigbare Ergebnisse geliefert, dass ich die eben eher verwenden konnte und wollte, als „wir im dunklen Planetarium“. 😉 Gemeinsam ein Bild ausmalen war hier auch schon gewünscht und hat auch super viel Spaß gemacht! Genauso könnte ich mir vorstellen, ein Picknick im Wohnzimmer machen, zusammen mit dem Playmobil-Puppenhaus spielen usw.

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